Evangelische Kirche A.B. in Kronstadt

Orgeln

Die erste Orgel der Marienkirche/Schwarzen Kirche, die schriftlich erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 1499. Es ist anzunehmen, dass es auch vorher schon Orgeln gab. So wird in Kronstadt bereits im Jahre 1427 ein Organist erwähnt. Heute verfügt die Schwarze Kirche über zwei Instrumente: die frühromantische Buchholzorgel, welche das Hauptinstrument darstellt, und die Hesse-Orgel, welche als Begleitinstrument im Chorraum steht.

Die Buchholzorgel

Die Buchholzorgel wurde von 1836 bis 1839 von dem Berliner Orgelbauer Carl August Buchholz erbaut. Sie umfasst vier Manuale und ein Pedal, besitzt 76 Register, wovon 63 klingende Stimmen sind, und hat insgesamt 3.993 Pfeifen. Damit gehörte sie zur Zeit ihrer Errichtung zu den größten und bedeutendsten Orgeln Europas. Ihre Substanz ist bis heute so gut wie vollständig erhalten, weil nichts vom Pfeifenbestand verloren gegangen ist und die geringfügigen Veränderungen später rückgängig gemacht worden sind. Auch die originale Stimmtonhöhe und der Winddruck wurden auf den Ausgangszustand zurückgeführt.

Die für die Orgel verwendeten Materialien sind von feinster Qualität: reines englisches Zinn, Berliner Probezinn, gutes Orgelmetall, Kienholz, Fichtenholz, astfreies Eichenholz, Federn aus Messing, hochwertiges Leder, etc. Die Tasten sind mit Elfenbein belegt und die Obertasten aus Ebenholz, die Benennungen der Register sind auf Porzellan unter Glas geschrieben. Die Verzierungen (Consolen, Türme und Giebel) sind mit Bildschnitzereien aus Lindenholz versehen und geschmackvoll vergoldet.

Die Hesseorgel

Die Chororgel der Schwarzen Kirche wurde 1861 von Carl Hesse aus Wien für die nordsiebenbürgische Gemeinde in Lechnitz gebaut. Von dort kam sie 1907 nach Paßbusch und nach 80 Jahren in desolatem Zustand nach Kronstadt. 1997 wurde sie von der Firma Stemmer/Zumikon vorbildlich restauriert und wird seitdem sinnvoll in Gottesdiensten und Konzerten genutzt. Sie hat ein Manual mit angehängtem Pedal, 8 Register und ist nach italienischem Vorbild mit weichen Flötenstimmen und geteilten Einzelzügen für die Mixtur disponiert. Der Kammerton ist auf 440 Schwingungen gestimmt, während die Stimmung der Buchholzorgel ungefähr bei 450 liegt. Orchesterinstrumente, besonders Bläser, können nur mit der Hesseorgel begleitet werden. In Siebenbürgen sind noch mehrere Orgeln von Hesse erhalten, so zum Beispiel in Meschen, Hermannstadt und Birthälm.
Steffen Schlandt

Detailliertere Informationen zu den Orgeln finden Sie hier.